Wikidata beflügelt offenes Wissen

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Wikidata-Logo von Jorge Abellán. (CC BY-SA 3.0)

Wie kommt es, dass Sprachdienste wie Alexa und Siri so viel wissen? Wie können Dir Suchmaschinen die Höhe des Kilimandscharo (5.895 Meter) so schnell und genau angeben? Der Grund liegt mehr denn je darin, dass sie über Wikidata Zugriff auf über 60 Millionen offene Datensätze haben.

Wikidata ist ein Projekt der gemeinnützigen Organisation Wikimedia, die auch die Online-Enzyklopädie Wikipedia betreibt. Seit sechs Jahren strukturieren ehrenamtliche Mitwirkende Daten auf Wikidata so, dass sowohl Menschen als auch Maschinen sie lesen und bearbeiten können.

Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Informationen sich frei zwischen dem Internet und anderen technologischen Plattformen hin- und herbewegen können. Da immer mehr Menschen mit dem Internet interagieren, und zwar nicht nur mit dem World Wide Web und Seiten wie Wikipedia, sondern auch, indem sie mit ihren Geräten sprechen und ihnen zuhören, wird dieser Informationsaustausch immer wichtiger.

Maschinen können die Daten auf Wikidata verstehen, weil Informationen hier separat portioniert werden, die normalerweise auf Wikipedia in Artikelform zu lesen sind. Zum Beispiel: „Paris ist die Hauptstadt Frankreichs.“ „Paris hat 2.206.488 Einwohner.“ „Die Koordinaten von Paris lauten: 48°51’23.68″N, 2°21’6.58″E.“

Indem Informationen auf diese Weise strukturiert werden und jeder Eintrag eine einzigartige Identifikationsnummer bekommt, verleiht Wikidata mehr als 5.000 Websites, Archiven, Bibliotheken und Datenbanken ein gemeinsames Rückgrat: Wenn ein Eintrag aktualisiert wird, werden andere Einträge, die die betreffende Information zitieren, ebenfalls angepasst – automatisch und in jeder Sprache.

Wikidata ist nicht die einzige Initiative, die zumindest versucht, die Daten des World Wide Web zu ordnen. Andere Projekte hatten allerdings mit der schieren Masse an Informationen zu kämpfen. Was ist also Wikidatas Erfolgsrezept? „Wikimedias wertvollstes Gut ist seine Community“, sagt Lydia Pintscher, die Projektmanagerin von Wikidata. „Ohne unsere Partner, Mitwirkenden und diejenigen, die die Daten nutzen, gäbe es diese Initiative gar nicht.“

In der Tat haben die ehrenamtlichen Helfer der Wikidata-Community, von denen es mehrere Zehntausend gibt, über die Jahre hinweg mehr als 850 Millionen gemeinsame Bearbeitungen vorgenommen.

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Lydia Pintscher (2015). Foto von Victor Hamilton Grigas. (CC BY-SA 3.0)

Wikidata ist auch einzigartig, insofern es eine vollkommen frei zugängliche und öffentliche Ressource ist. Die Wissensdatenbank wendet nämlich für all ihre Daten die Lizenz Creative Commons CC0 Public Domain Dedication an. So haben einzelne Menschen und Unternehmen gleichermaßen die Möglichkeit, Wikidata kostenlos und ohne urheberrechtliche Einschränkungen für alles mögliche zu verwenden – zum Beispiel für Sprachassistenten und Suchmaschinen.

Für Wikidata bedeutet dieser offene Zugang ohne zwingende Quellenangabe, dass die meisten Menschen nicht wissen, woher die Informationen, von denen sie profitieren, überhaupt kommen. Und ihnen ist meist auch nicht bewusst, dass die Initiative von Spenden und dem Einsatz freiwilliger Mitwirkender abhängig ist, um ihre Arbeit zu verrichten oder Updates und Qualitätskontrollen vornehmen zu können.

Gerade die Technologie-Giganten, deren Dienste auf Wikidata und anderen Wikimedia-Projekten basieren, stehen besonders in der Pflicht, sich an der Aufrechterhaltung dieser Ressource für alle zu beteiligen. In einem Meinungsartikel für die Zeitschrift WIRED wurden sie von Katherine Maher, der Geschäftsführerin von Wikimedia, dazu aufgerufen, sich bei der Community zu revanchieren: „Da diese Unternehmen das Wissen auf Wikipedia nutzen, glauben wir, dass sie sich auch großzügig darin zeigen können, uns als Bastion gegen schlechte Informationen zu unterstützen.“

Google, Amazon und andere Unternehmen sind diesem Aufruf in unterschiedlichem Maße gefolgt – zum Beispiel benannte Amazon Wikipedia als einen der Gründe für den Erfolg seines Sprachdienstes Alexa. Den klaren Großteil seiner finanziellen Ressourcen erhält Wikimedia jedoch von mehr als sechs Millionen Spendern, die im Schnitt zehn US-Dollar beisteuern. Zum Vergleich, lediglich vier Prozent aller Spenden im Jahr 2018 kamen von Konzernen.

Der offene Zugang zu Wissen und Informationen ist ein grundlegender Bestandteil der Internetgesundheit. Für Einrichtungen, Unternehmen, Organisationen und Individuen, die kleine oder große Datensätze mit der Welt teilen wollen, gilt: Wikidata ist der Ort, an dem der Offenheit Flügel wachsen können.

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